Erinnern und begegnen
Denkmal-Projekt
Gurs 2004
Das
Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim beteiligt sich am Mahnmal-Projekt , das vom
Forum christlicher Gedenkarbeit „Erinnern und begegnen“ 2002 ausgeschrieben
worden ist (www.mahnmal-projekt.de).
Der Grundkurs Bildende Kunst 13 arbeitete unter der Leitung von Heide
Lautenschläger; Mitarbeit: Hildegard Maier-Ehrke.
1. Das Denkmal 2. Die alte Heimat Schriesheim 3. Deportation nach Gurs 4. Die Projektarbeiten

Das Denkmal erinnert an die
jüdischen Schriesheimer, die am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert wurden:
Mina und Julius Fuld lebten
bis 1939 in Schriesheim, Passein 1.
Im September 1939 verließen
sie als letzte Schriesheimer Juden die Gemeinde und zogen nach
Mannheim-Feudenheim.
Julius Fuld lebte mit
seiner Frau Mina in der Passein 1. Er betrieb gemeinsam mit seinem Sohn
Leopold einen Viehhandel. Haus Passein 1 in den 1930er Jahren


2.
Die alte Heimat Schriesheim
Ludwig Oppenheimer lebte bis
1938 in Schriesheim, Heidelberger Str. 8
Ihm wurde wegen einer
Behinderung die geplante Ausreise mit den Familien Simon Oppenheimer und Ludwig
Sussmann in die USA verwehrt. Ab August 1938 lebte er im Israelitischen
Krankenhaus Gailingen.
Wohn- und Geschäftshaus Simon Oppenheimer,
Heidelberger Str. 8 (1920er Jahre)

Ludwig Oppenheimer mit seiner Nichte Lore Sussmann, heute
verheiratete Tobias (USA)
3. Deportation nach Gurs
Flora Fuld und ihr Mann Arno Trautmann, die bereits in New
York lebten, bemühten sich mit Erfolg, die Eltern Mina und Julius Fuld aus dem
Internierungslager Gurs heraus in die USA zu holen. Sie beschafften Visa und
finanzierten mit Unterstützung einer jüdischen Auswandererorganisation (Hebrew
Sheltering and Immigrant Aid Society = HIAS) die Schiffspassage. So konnten
Julius und Mina Fuld Mitte Dezember 1941 von Marseille aus nach Amerika
auswandern. Julius Fuld starb in Folge der Krankheiten, die er sich während der
Lagerhaft zugezogen hatte, bereits 1943. Mina Fuld war
seit der Ausreise wegen Verletzungen, die sie sich bei einem Sturz in Gurs
zugezogen hatte, und wegen Krankheit pflegebedürftig. Sie lebte bis zu ihrem
Tod 1959 bei ihrer Tochter Flora.
Internierung von Mina Fuld im Lager Gurs (Okt. 1940 –
Nov. 1941): Bescheinigung von 1956 im Rahmen des
Wiedergutmachungsverfahrens Bescheinigung
über Verlegung von Julius Fuld aus dem Lager Gurs in das Transitlager Camp
des Milles (1941) Grabmal für Ludwig Oppenheimer auf dem Friedhof von
Gurs

(GLA Karlsruhe 480/14219/1)

(Generallandesarchiv Karlsruhe 480/EK 8783/1)

Ludwig Oppenheimer erkrankte
im Lager Gurs an Typhus und
starb bereits im November
1940.
Bildnachweise: Schriesheimer Jahrbuch 2002 und 2003.
4. Die Projektarbeiten
Die Schülerinnen und Schüler
des Grundkurses Bildende Kunst 13 erarbeiten das Denkmal aus Ton auf einer
Sandsteinstele:












